Heute, am 1. August feiern wir das Schnitterfest (Lammas, Lughnasadh).

Das Lichtfest Lughnasadh (gesprochen Luu na sah) kommt aus dem Keltischen und bedeutet „Hochzeit des Lichts“. Lugh war bei den Kelten der Hüter und Herr des Lichtes, der Sonnengott, der Ziehsohn der Erdengöttin. Es ist das Fest der großen Erdengöttin, der großen Ernte, der Beschützerin über Boden und Früchte. Es ist die Zeit der Ernte, des reifen Getreides, der Früchte der Felder, der heißen Sommersonne. Es ist die Zeit des Vorausblickens – denn jetzt muss die Ernte eingefahren werden damit sie nicht verdirbt und wir davon die nächsten Monate essen können. Passenderweise feiert man diesen Wohlstand, diese Fülle mit einem Fest – um sich dafür zu bedanken, dass die Saat, die wir säten und die keimte nun auch die ersehnten Früchte trägt.Wir feiern die Schnitterin, die mit ihrer Sichel das Getreide schneidet, damit es von der großen Sommerhitze nicht zerstört wird. Sie durchtrennt das Getreide, sie trennt sich von allem Irdischen, um sich bereit für den Rückzug zu machen. Die Früchte sind reif, zum Ernten bereit, die Schnitterin kann also gehen, um die nächste Göttin – die Frau Percht – ins Land ziehen zu lassen.

Es ist also ein zweigeteiltes Fest – wir feiern die Fülle der Ernte, erinnern aber auch bereits an den langsamen Rückzug der Natur. Dieses Schneiden „schnittern“ des Getreides ist symbolisch auch ein Schnitt der heißen Zeit (Abschluss). Wir wissen, nun rückt die kalte Jahreszeit wieder näher, die Nächte werden langsam wieder länger und kälter. Nicht mehr lange und auf den satten Getreidefeldern wird wieder Schnee liegen. Gut, dass die Ernte und das Getreide in unseren Vorratskammern liegt und unsere Familien gut genährt werden.
Das Schneiden des Getreides ist symbolhaft auch ein Zeichen dafür, dass wir uns jetzt mit den Früchten der Natur beschäftigen – wir lagern sie ein, damit wir sie haltbar machen können. Zum Beispiel durch Einkochen, Säfte kochen, trocknen oder einfrieren. Wir können so auch den Geschmack des Sommers länger für uns festhalten.

Was können wir von diesem Ritual mitnehmen? Das Ritual der Schnitterin – das Durchtrennen, das Abschneiden: Was möchtest du in deinem Leben ab-/durchschneiden? – Wovon möchtest du dich trennen? Diese Frage kannst du dir heute einmal in einer ruhigen Minute stellen!

Ich wünsche euch heute viele schöne Stunden, sei es beim Ernte einbringen als auch bei allen befreienden Loslös-Momenten die ihr habt! ❤️

Alles Liebe, Gudrun

(Bildquelle: http://3.bp.blogspot.com/_Jig8N0U4fJI/TEzc3XO_asI/AAAAAAAAAZA/4_V63ZHWLos/s1600/MabonHarvest.jpg)