Die Sonnwendfeste waren schon immer ganz besondere Feiertage, besonders bei den Kelten und Germanen. Sie markierten den Beginn einer neuen Jahreszeit und dauerten meist über mehrere Tage. Für unsere Vorfahren war die Wintersonnenwende der Beginn der heiligen Nächte. Heutzutage hat sich unser Julfestauf den 24. Dezember verschoben, wo wir durch die Geburt Jesu symbolisch die Geburt des neuen Lebens, des Lichts feiern.

In der Nacht vom 21. auf den 22. Dezember feiern wir die Wintersonnenwende, auch Julfest genannt. Heuer findet sie heute, am 22. Dezember statt (um 05:48 war der astronomische Winterbeginn). Die Sonne passiert den tiefsten Punkt ihrer Jahresbahn und beschert uns die längste Nacht mit dem kürzesten Tag. Es ist jedoch auch der Beginn eines neuen Kreislaufs, denn ab heute kehrt das Licht wieder und alles beginnt wieder aufzuerstehen. Die Dunkelheit ist gebannt, das Feuerelement gewinnt ab nun wieder Kraft, die Tage werden länger und neues Leben kann wieder erwachen. Die zunehmende Sonneneinstrahlung schenkt den Menschen wieder Hoffnung – das Ende der Dunkelheit wird gefeiert. Dies war besonders in früheren Zeiten von großer Wichtigkeit, wo doch die Menschen noch viel mehr von der Natur abhängig waren.

Die Wintersonnenwende ist die Zeit des Wandels, der Ruhe, der Erkenntnis, des Innehaltens und eignet sich daher hervorragend zur Selbstreflexion.

Da das Julfest zu den Sonnenfesten gehört, wird an manchen Orten traditionell ein Sonnwendfeuer entzündet. Es symbolisiert die große Sehnsucht nach dem Licht und seinen Kräften. Gerade diese Nacht ist besonders geeignet um sich von alten Sachen zu trennen. Wir trennen uns vom Alten, werfen Ballast ab, damit uns nichts im Weg steht für eine glückliche Zukunft.
Daher eignet sich die Wintersonnenwende auch sehr gut für Rituale. Wir feiern das wiederkehrende Licht, die Fruchtbarkeit und gedenken der Ahnen. Das Fest gab schon unseren Vorfahren Kraft, Mut und Hoffnung, dass man die dunklen Tage gesund übersteht und die Natur bald wieder zu neuem Leben erwacht. Viele nutzten gerade das Julfest für Weissagungen und Rituale, um die Zukunft in neue, glücksbringende Bahnen zu lenken. Traditionell wird in dieser Nacht (mancherorts auch die erste Rauhnacht – „Thomasnacht“) reinigend und schutzbringend geräuchert.

Ich lade dich in dieser mystischen Zeit ein zum Innehalten! Schließe das alte Jahr ab, werde dir über deine Herzenswünsche klar, lasse blockierende Muster los, damit du befreit ins neue Jahr gehen kannst.

Ich wünsche dir eine sehr lichtvolle Zeit!

Alles Liebe, Gudrun